YVON CHABROWSKI

POWER OF FORM AND FORM OF POWER

a research and performance workshop in the frame of BETWEEN POST-TRUTHS AND OTHER EVENTS, Trienal Frestas, Sorocaba, São Paulo, Brazil
kindly supported by the curator Daniela Labra and the production manager Melina Valente

In the frame of the workshop was discussed how our sense of origin and togetherness is defined by images. Therefore, historical and contemporary images that visualize forms of coexistence and power relations in communities were collected.

What current and historical media images surround us - by circulating on the Internet, in print media, libraries, books, architecture, monuments, oral history - and give us ideas about life in communities and in the state?

The focus of the joint research and discussion shifted to the MONUMENTO ÁS BANDEIRAS of São Paulo, a monument in front of an entrance to the park Ibirapuera. The reception of the monument raises questions of identity, nationality, colonialism and repression, which led to a lively discussion.

To transform these discussions and questions into a tangible performative thinking space, the participants Thiago Cesare, Kelly Mariel Mota, Gabi Mello, Anderson Nascimento appropriated postures of the figures of the monument by re-enacting them with their own bodies and thus abstracting them in their own performance.

The reenactment of the monument involved dynamic condition where each performer was interconnected with the others and thus, respond and activates the movement. We developed the idea to create a tableau vivant that turns into a moving image. When a person moved, his or her movement continue in the body of others.

A fragment of the monument where four figures were interwoven in such a way that one movement of one figure caused the movement of the other served as template for the performance. In a first approach the performers carried out the movement that the monument dictates – forward. In a second approach, the performers transformed the movement into a falling sculpture and in a third performativ approach the monument was transformed into free self-organized movement.

On the last workshop day we made a brief discourse in the history of the depictions of democracy and idea that have existed since Aristotle. From there, a conversation began on the possibilities of democratic concepts and the impossibilities experienced in one's own state.

Im Rahmen des Workshops wurde diskutiert, wie unser Herkunfts- und Zusammengehörigkeitsgefühl durch Bilder definiert wird. Es wurden historische und zeitgenössische Bilder gesammelt, die Formen des Zusammenlebens und der Machtverhältnisse in Gemeinschaften visualisieren.

Welche aktuellen und historischen Medienbilder umgeben uns – durch die Verbreitung im Internet, in Printmedien, Bibliotheken, Büchern, Architektur, Denkmälern, mündlicher Geschichte – und geben uns Vorstellungen vom Leben in Gemeinschaften und im Staat?

Der Schwerpunkt der gemeinsamen Recherche und Diskussion verlagerte sich auf das MONUMENTO ÁS BANDEIRAS von São Paulo, ein Denkmal vor einem Eingang zum Park Ibirapuera. In der Rezeption des Monuments stellen sich Fragen nach Identität, Nationalität, Kolonialismus und Repression, die zu einer lebhaften Diskussion führten.

Um diese Diskussionen und Fragen in einen greifbaren performativen Denkraum zu verwandeln, eigneten sich die Teilnehmenden Thiago Cesare, Kelly Mariel Mota, Gabi Mello, Anderson Nascimento Haltungen der Figuren des Bildes an indem sie dieses mit ihren eigenen Körpern nachstellten und in ihrer eigenen Performance abstrahierten. Mit den Mitteln der Performance näherte sie sich der Realität des Bildes an und erweiterten es intuitiv.

Das Reenactment des Monuments beinhaltete einen dynamischen Zustand, in dem jeder Darsteller mit den anderen verbunden war und so auf jede Bewegung reagierte und diese selbst aktivierte. Wir entwickelten ein Tableau vivant, das sich in ein bewegtes Bild verwandelt. Wenn sich eine Person bewegt, setzt sich ihre Bewegung im Körper der anderen fort.

Ein Fragment des Monuments diente als Vorlage für die Performance, bei dem vier Figuren so miteinander verwoben sind, dass eine Bewegung der einen Figur die Bewegung der anderen verursacht. In einer ersten Annäherung führten die Performanden die Bewegung so aus, wie es das Denkmal vorgibt - vorwärts. In einer zweiten Annäherung transformierten die Performanden die Bewegungen in eine fallende Skulptur und in eine dritten Version wurde das Monument in eine freie selbstorganisierte Bewegung transformiert.

Am letzten Tag des Workshops hielten wir einen kurzen Diskurs über die Geschichte der Darstellungen von Demokratie und Ideen, die seit Aristoteles existieren. Von dort aus begann ein Gespräch über die Möglichkeiten demokratischer Konzepte und die im eigenen Staat erlebten Unmöglichkeiten.